Zum Inhalt [I]
Zur Navigation [N]
Kontakt [C] Aktuelles [2] Suchfunktion [4]
PM 710 x 450 px(152).png

Von Krieg zu Rüstung zu Krieg

04. Mai 2026

Kritik am weltweiten Aufrüstungs-Rekord

Die pax christi-Kommission Friedenspolitik sieht angesichts der neuesten Rüstungszahlen die Staaten einem immer stärkeren Kriegsrisiko ausgesetzt. Der Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI vom 27. April 2026 zeigt, dass das Rekordniveau an Rüstungsausgaben im vergangenen Jahr erneut überboten wurde, zum elften Mal in Folge. 2025 erreichten die weltweiten Militärausgaben 2,89 Billionen US-Dollar. 
Spitzenreiter sind die USA mit 945 Milliarden US-Dollar, China, das 336 Milliarden ausgab, und Russland mit 190 Milliarden US-Dollar. Deutschland liegt mit einer Rüstungssteigerung von 24 Prozent bei 114 Milliarden US-Dollar inzwischen auf Platz vier, gefolgt von Indien, Großbritannien, der Ukraine und Saudi-Arabien.  

Rüstung erhöht Kriegsgefahr
pax christi sieht wie SIPRI diese neuen Rüstungssteigerungen als Folge dessen, dass „die Staaten auf ein weiteres Jahr voller Kriege, Unsicherheit und geopolitischer Umbrüche mit großangelegten Rüstungsprogrammen reagierten“. Der damit verbundene Glaube, dass durch immer mehr Waffen Sicherheit geschaffen wird, führe aber auch dazu, dass Krisen und Kriege nicht entschärft und beendet, sondern verschärft und beschleunigt werden.

Abrüstung und Nothilfe statt Krisenbeschleunigung
Während die Militärausgaben immer weiter steigen, werden Entwicklungsausgaben und humanitäre Hilfe gekürzt, im Jahr 2025 in Deutschland um fast 1 Milliarde Euro, seit 2023 sogar um beinahe 45 Prozent, wie eine Studie des Verbandes entwicklungspolitischer Organisationen (VENRO) zeigt. Weitere Kürzungen sind geplant. Damit sinkt die der UN zugesagte Entwicklungshilfe-Quote von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 0,43 Prozent. Diese Kürzungen wirken sich besonders auf die Armutsbekämpfung, Bildung und Infrastruktur im globalen Süden aus und fördern selbst Kriegs- und Fluchtursachen. Auch wird durch Kürzungszwänge im Sozial-, Pflege-, Gesundheits- und Umweltbereich der soziale Frieden im eigenen Land und seine Zukunftsfähigkeit gefährdet.  

Statt weiter an der Rüstungsspirale zu drehen, fordert pax christi von der Bundesregierung eine konsequente Friedenspolitik, die auf Vertrauensbildung und Diplomatie, Rüstungskontrolle und Abrüstung und das gemeinsame Überleben der Menschheit setzt. „Mit Papst Leo fordern wir die Regierungen auf: Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden! Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an die Tische, an denen Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden“, erklärte Christof Grosse, Sprecher der Kommission.